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Hej da!

Zum Start dieses Blogs gibt es einen kleinen kulinarischen Reisebericht.
Wir sind in Schweden. Südschweden um genau zu sein, Ystad. Hat Fr. Köchl ausgesucht.
Völlig idyllisch fährt man (wir sind mit dem Auto da) über riesige Brücken, durch sehr hübsche Apothekerkalenderbild-Landschaften und fühlt sich, als bewegt man sich in einem riesigen Ikea-Katalog.

Die Menschen sind so unglaublich freundlich und hilfsbereit, grüßen „hej“ hier „hej“ da, übersetzen brav und geduldig jedes Detail der Speisekarten (gibt es überall nur in Schwedisch) und haben alle immer tiefenentspannte gute Laune.

Man mag eigentlich gar nicht glauben, daß sich all die schwedischen Krimiautoren in dieser friedlichen Umgebung zu so vielen brutalen Geschichten haben inspirieren lassen.

Da dies ein Blog über Essen und Kochen sein soll, kommen wir nun zum interessantesten Aspekt unserer Reise. (Man muß aber der Fairness halber erwähnen, daß es erst Mitte Mai ist, somit Vorsaison und noch keine Reisebusse und Schwärme von Familien mit Kindern und Hund durch die Gegend kurven. )

Die Auswahl der Restaurants in und um Ystad ist relativ… sagen wir mal – überschaubar. Wenn man auch noch das Pech hat, in einer Woche mit Feiertag vor dem Wochenende anzureisen und mittags etwas essen möchte, erweist sich die kulinarische Lage als leicht heikel. Es hat einfach alles irgendwie tagelang geschlossen.

Mit etwas Geduld und tiefenentspannter gute Laune ist es uns aber gelungen ein geöffnetes Lokal am Tag zu finden, wo es mittags etwas zu essen gab. Hier die Highlights:

Havsnära Fiskrökeri AB, Segelgatan 17, 271 39 Ystad

Ein kleiner Laden am Hafen (Hamn) der täglich frisch räuchert und auch kocht. Einfach gut!

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Das Wetter ist traumhaft schön sonnig, wir sitzen draussen auf der Terasse und bestellen quer durch ein paar Sachen. Auch aus der warmen Küche. Fr. Köchl mampft einen Silla Burgare (Burger mit gebratenem Hering), ich nehme Lax (ja, das ist einfach: Lachs) und später ein Krabben (Räka) brot. Eigentlich ist es ein Mayonnaisebrot mit Garnelen, aber naja, schmeckt alles super.

RAU4_wÖl (also Bier) trinken ist hier auch spannend, da man viele verschiedene Sorten (Leichtbier, mittelstarkes und starkes Export) serviert bekommt. Man muss ja alles mal probieren.

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Wir nehmen später in der Woche noch einige geräucherte Garnelen und etwas Fisch mit ins Haus. Die Garnelen habe ich so überhaupt noch nicht gegessen – sie sind wirklich sehr, sehr gut. Der Lachs und der Hering (hier nicht im Bild) schmecken auch wunderbar elegant rauchig. Nicht so streng wie man es machmal bekommt. Wir sind begeistert.

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Der Rest der kulinarischen Woche lässt sich kurz zusammenfassen: Fr. Köchel hat jeden Tag den „Fisk of the Day“ das ist  jeden Tag eine Variation von Lachs mit Kartoffeln und Soße. Ich hab immer das „Fleischgericht“ also Köttbullar (Fleischbällchen) mit Kartoffeln und Soße. Leider sind gebundene Soßen nie so mein Fall… die Bällchen waren aber immer gut.

Um auch etwas vom Land zu sehen fahren wir nach Malmö.

War für eine tolle Stadt. Wieder strahlt die warme Frühlingssonne. Wir sitzen auf einem der vielen hübschen, vollen Plätze, überall freuen sich die Leute über das schöne Wetter. Im Gegensatz zu Ystad fällt die Auswahl des „Mittagslokals“ diesmal eher schwer. In einer Nebenstrasse sehen wir das

Johan P, Hjulhamnsgatan 5, 211 34 Malmö

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Es ist in einem schönen, alten Gebäude zu finden, mit hohen Stuck-Decken und leicht französischem Ambiente.

Die Mittagskarte hängt an einer großen Tafel von der Decke und wird uns gleich von einem jungen Kellner auf deutsch übersetzt. Super Service, ganz ehrlich. Fr. Köchl nimmt den Heilbutt, verweigert aber die Kartoffelbeilage. Ich bestelle die Fischsuppe. Man muß ja sehen, wo man mit seinen Künsten im internationalen Vergleich so steht… 😉

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Kurz gesagt: Essen toll, Wein toll, Ambiente & Service toll. Der Preis für den Mittagstisch ist bei dieser Qualität und den Portionsgrößen auch völlig in Ordnung. Abends sieht es da wohl etwas höherpreisiger aus. Empfehlung: einfach dort Mittagessen.

Um noch die Frage zu beantworten, warum wir nie Abendessen waren? Seltsam, ist so auch noch nie vorgekommen. Wir haben ein kleines gemütliches Haus am Strand gemietet, 5 km vor Ystad. Irgendwie mag man abends nicht mehr in die Stadt fahren, wenn man erst mal Dahoam ist.

Wir kommen sicher wieder.

 

 

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